Knochenaufbau vor dem Implantat
Wenn die Basis fehlt, schaffen wir sie
„Für ein Implantat ist zu wenig Knochen da." Diesen Satz hören viele Patienten — und halten ihn für das Ende der Überlegung. Das ist er nicht. Fehlender Knochen lässt sich aufbauen, im Oberkiefer ebenso wie im Unterkiefer. Bei kleineren Defekten sogar im selben Eingriff wie die Implantation.



Warum der Knochen zurückgeht
Kieferknochen lebt von Belastung. Fehlt ein Zahn, fehlt der Reiz — und der Körper baut ab, was er nicht mehr braucht. Am stärksten geschieht das im ersten Jahr nach dem Zahnverlust. Dazu kommen weitere Ursachen:
- Parodontitis – die Entzündung zerstört Knochen, oft über Jahre unbemerkt
- Lange getragene Prothesen – sie liegen dem Kiefer auf und beschleunigen den Abbau
- Die Kieferhöhle – im Oberkiefer-Seitenzahnbereich dehnt sie sich nach unten aus, sobald die Zahnwurzeln fehlen
Wie viel Knochen tatsächlich vorhanden ist, zeigt uns das DVT, eine dreidimensionale Röntgenaufnahme, die bei uns im Haus gemacht wird. Erst dieses Bild entscheidet, ob und in welchem Umfang aufgebaut werden muss — schätzen lässt sich das von außen nicht.
Vorbeugen: Socket Preservation
Am besten ist der Knochen, der gar nicht erst verloren geht. Lässt sich bei einer Zahnentfernung absehen, dass der Knochen an dieser Stelle schlecht heilen wird, handeln wir sofort: Wir füllen das leere Zahnfach — die Alveole — noch im selben Termin mit Knochenersatzmaterial und decken es plastisch ab. Der Knochen regeneriert sich dann kontrolliert statt in sich zusammenzufallen. Für Sie zahlt sich das später aus: Die Implantation wird einfacher, und ein großer Aufbau ist oft gar nicht mehr nötig.
Ein Eingriff oder zwei?
Bei kleineren Defekten bauen wir den Knochen gleichzeitig mit dem Implantat auf — ein Termin, eine Heilungsphase. Fehlt größerer Umfang, gehen wir bewusst zweizeitig vor: Zuerst wird augmentiert, der Aufbau heilt vier bis sechs Monate ein, und erst danach setzen wir das Implantat. Das dauert länger, ist bei ausgedehnten Defekten aber der sichere Weg — ein Implantat, das in noch nicht belastbaren Knochen gesetzt wird, gewinnt nichts an Zeit und verliert an Sicherheit.
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Welches Verfahren wann
Welcher Weg der richtige ist, entscheidet nicht die Vorliebe, sondern Ihr Befund im 3D Röntgen.
01
Interner Sinuslift
Im Oberkiefer bei noch guter Restknochenhöhe. Wir heben den Boden der Kieferhöhle von der Implantatbohrung aus behutsam an und füllen den Raum auf. Ein kleiner Eingriff, meist zusammen mit dem Implantat.
02
Externer Sinuslift
Bei geringer Restknochenhöhe. Über ein kleines seitliches Fenster heben wir die Schleimhaut der Kieferhöhle an und füllen den entstandenen Raum auf. So lässt sich auch dort wieder implantieren, wo kaum noch Knochen steht — je nach Umfang zweizeitig, also mit dem Implantat in einem zweiten Schritt.
03
Laterale Augmentation
Wenn der Kieferkamm zu schmal geworden ist. Wir verbreitern ihn von der Seite, damit das Implantat ringsum von Knochen umgeben ist. Möglich im Ober- und im Unterkiefer.
04
Gewebeaugmentation
Nicht nur Knochen zählt. Wo das Zahnfleisch dünn ist, verstärken wir es — für die Einheilung des Aufbaus und für ein Implantat, das dauerhaft stabil und unauffällig im Gewebe liegt.

Das sagen unsere Patienten

Unser biologisches Konzept
Knochen wächst nicht, weil man ein Material einfüllt. Er wächst, weil der Körper Zellen hineinschickt und das Material nach und nach durch eigenen Knochen ersetzt. Unser Vorgehen ist darauf ausgerichtet, ihm das so leicht wie möglich zu machen.
- Eigener Knochen zuerst – während des Eingriffs sammeln wir die Knochenspäne, die im Operationsgebiet anfallen. Sie enthalten lebende Zellen und körpereigene Wachstumsfaktoren und sind damit das wertvollste Material, das wir haben.
- Knochenersatzmaterial als Gerüst – dazu kommt ein geprüftes Ersatzmaterial, entweder synthetisch hergestellt oder aus Rinderknochen gewonnen. Es gibt dem Aufbau Volumen und Standfestigkeit, damit er nicht in sich zusammensinkt, während der eigene Knochen einwächst.
- Eigenblut als Verbindung – wir mischen Ihr eigenes Blut unter. Das Material wird dadurch formbar, bleibt an Ort und Stelle und ist von der ersten Minute an körpereigen durchsetzt.
So entsteht kein Fremdkörper, der eingesetzt wird, sondern ein biologisiertes Material, das der Körper als Baustelle annimmt.
Gewebemanagement entscheidet mit
Ein Aufbau scheitert selten am Material. Er scheitert daran, dass die Wunde darüber nicht dicht bleibt. Deshalb widmen wir dem Weichgewebe dieselbe Sorgfalt wie dem Knochen: Mit Verschiebetechniken mobilisieren wir die Schleimhaut so, dass sie ohne jeden Zug über dem Aufbau liegt, und verschließen sie mit speziellen Nahttechniken. Erst ein spannungsfreier, dichter Verschluss gibt dem Aufbau die geschützte Ruhe, die er zum Einheilen braucht.
Warum der Sinuslift so zuverlässig ist
Der Sinuslift gilt als eines der sichersten Verfahren des Knochenaufbaus — und das hat einen anatomischen Grund. Der Aufbau liegt in der Kieferhöhle in einem geschlossenen, ringsum von Knochenwänden geschützten Raum. Er ist dort weder Kaukräften noch Zug ausgesetzt und kann in Ruhe durchbauen. Bessere Bedingungen bietet kaum eine andere Stelle im Kiefer.
Geplant wird jeder Eingriff vorher am dreidimensionalen Röntgenbild. Wir wissen also bereits vor dem ersten Schnitt, wie viel Knochen fehlt, wo die Kieferhöhle verläuft und welches Verfahren infrage kommt.
Knochenaufbau und Implantation gehören zu den Leistungen, die Sie selbst tragen. Was in Ihrem Fall nötig ist, halten wir vorher schriftlich fest — Sie entscheiden in Ruhe und ohne Überraschungen.
Häufige Fragen zum Knochenaufbau
- Ein Implantat braucht Knochen, der es ringsum fest umschließt — nur dann sitzt es stabil und hält dauerhaft. Ist nach einem Zahnverlust, durch eine Parodontitis oder unter einer Prothese zu viel Knochen verloren gegangen, schaffen wir diese Grundlage erst. Der Aufbau ist damit kein Umweg, sondern die Voraussetzung für ein Implantat, das hält.
- Im Oberkiefer-Seitenzahnbereich liegt über den Zähnen die Kieferhöhle. Fehlen dort Zähne, dehnt sie sich nach unten aus und der Knochen wird flacher. Beim Sinuslift heben wir den Boden der Kieferhöhle behutsam an und füllen den gewonnenen Raum mit Aufbaumaterial. So entsteht wieder genug Höhe für ein Implantat.
- Eine Vorsorgemaßnahme direkt bei der Zahnentfernung. Wenn wir absehen, dass der Knochen an dieser Stelle schlecht heilen wird, füllen wir das leere Zahnfach noch im selben Termin mit Knochenersatzmaterial und decken es plastisch ab. Der Knochen baut sich dadurch kontrolliert wieder auf, statt einzusinken — und die spätere Implantation wird deutlich einfacher.
- Die Restknochenhöhe entscheidet. Ist noch ausreichend Knochen vorhanden, genügt der interne Sinuslift: Wir arbeiten von der Implantatbohrung aus, ein sehr kleiner Eingriff, meist gleichzeitig mit dem Implantat. Ist nur noch wenig Knochen da, wählen wir den externen Sinuslift über ein kleines seitliches Fenster — aufwendiger, dafür lässt sich deutlich mehr Höhe aufbauen.
- Er zählt zu den sichersten Verfahren des Knochenaufbaus. Der Aufbau liegt in einem geschlossenen, von Knochenwänden geschützten Raum, in dem er ungestört einheilen kann. Dazu kommt, dass wir jeden Eingriff vorher am 3D-Röntgenbild planen und den Verlauf der Kieferhöhle genau kennen, bevor wir beginnen.
- Bei kleineren Defekten ja — dann laufen Aufbau und Implantation in einem Eingriff. Bei größeren Defekten gehen wir zweizeitig vor: erst augmentieren, einheilen lassen, dann implantieren. Was in Ihrem Fall möglich ist, sagt uns das DVT (3D Röntgen) — und Sie erfahren es, bevor die Behandlung beginnt.
- Eine Mischung. Den Kern bilden Ihre eigenen Knochenspäne, die wir während des Eingriffs im Operationsgebiet sammeln. Dazu kommt ein geprüftes Knochenersatzmaterial — synthetisch oder aus Rinderknochen —, das dem Aufbau Volumen gibt, sowie Ihr eigenes Blut. Dadurch wird aus dem Ersatzmaterial ein körpereigen durchsetztes Material, das gut einheilt.
- Der Eingriff selbst findet in örtlicher Betäubung statt, Sie spüren keinen Schmerz. Auf Wunsch geben wir zusätzlich ein Beruhigungsmittel — danach sind Sie allerdings nicht verkehrstüchtig und sollten abgeholt werden. In den Tagen danach ist eine Schwellung normal; was dagegen hilft, besprechen wir vorher mit Ihnen.
- Eine Schwellung und ein Druckgefühl gehören dazu — das ist keine Komplikation, sondern die normale Reaktion des Gewebes. Wichtig ist, was Sie in den ersten Tagen tun:
- Kühlen – von außen, in den ersten beiden Tagen regelmäßig
- Desinfizierende Mundspülung – wie von uns angegeben, damit die Wunde sauber bleibt
- Abschwellende Medikamente – wir verschreiben sie Ihnen, damit Sie sie gleich zu Hause haben
- Das hängt vom Umfang ab. Kleine Aufbauten, die zusammen mit dem Implantat erfolgen, heilen mit ihm gemeinsam ein. Für einen Sinuslift oder eine Augmentation im zweizeitigen Vorgehen rechnen Sie mit vier bis sechs Monaten Einheilzeit, je nach Umfang. Wir planen diese Zeit von Anfang an mit ein, damit Sie wissen, wann welcher Schritt ansteht — und Sie bleiben in der Zwischenzeit nicht ohne Zähne.

Erst schauen, dann entscheiden
Ob und wie viel aufgebaut werden muss, sehen wir im dreidimensionalen Röntgenbild. Danach besprechen wir in Ruhe, welcher Weg zu Ihnen passt — und wie Ihre Implantatversorgung darauf aufbaut.
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