Füllungen und Inlays
Zahnfarben, dicht und auf Dauer gebaut
Eine Füllung ist kein Pflaster, sondern ein Stück Zahn, das wir ersetzen. Wie lange sie hält, entscheidet sich beim Material und bei der Art, wie sie im Zahn verankert wird. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten offen nebeneinander und sagen Ihnen, was in Ihrem Fall sinnvoll ist. Entscheiden können Sie danach in Ruhe.



Karies früh erkennen statt abwarten
Wer wartet, bis ein Zahn weh tut, wartet zu lange. Schmerz heißt, dass die Karies bereits tief sitzt — und dann wird aus einer kleinen Füllung schnell eine große Versorgung.
Am häufigsten entsteht Karies dort, wo man sie weder sieht noch spürt: in den Zahnzwischenräumen. Um diese Flächen beurteilen zu können, gehören zur Kontrolle in regelmäßigen Abständen Bissflügelaufnahmen, kleine Röntgenbilder, auf denen genau die Kontaktstellen zwischen den Zähnen sichtbar werden. Wir röntgen digital, das Bild erscheint sofort auf dem Bildschirm und die Strahlendosis ist gegenüber dem früheren Röntgenfilm deutlich geringer. So finden wir eine beginnende Karies, solange sie sich mit minimalem Aufwand versorgen lässt.
Der beste Schutz davor ist die tägliche Pflege der Zwischenräume mit Zahnseide und Interdentalbürsten. Welche Größe zu Ihnen passt und wie es im Alltag leicht von der Hand geht, zeigen Ihnen unsere Prophylaxefachkräfte bei der professionellen Zahnreinigung.
Warum es nicht eine Lösung für alles gibt
Am Anfang steht immer dasselbe: Die Karies wird vollständig entfernt. Was danach vom Zahn übrig bleibt, entscheidet über den weiteren Weg. Ist nur eine kleine Stelle betroffen, füllen wir sie direkt im Zahn auf. Fehlen ganze Höcker oder Wände, braucht der Zahn ein Werkstück, das ihn wieder stabilisiert.
Moderne Füllungen werden geklebt
Früher wurde eine Füllung im Zahn verankert — dafür musste gesunde Substanz geopfert werden, damit sie sich verhaken konnte. Heute wird sie geklebt. Das ist schonender, dichter und zahnfarben, hat aber eine Bedingung: Es muss genug gesunde Zahnhartsubstanz da sein, an der der Kleber halten kann. Genau hier liegt die Grenze der direkten Füllung.
Damit die Klebung hält, muss das Arbeitsfeld absolut trocken sein. Bei Inlays, Onlays und Teilkronen arbeiten wir deshalb grundsätzlich unter Kofferdam, einem dünnen Spanntuch, das den Zahn von der restlichen Mundhöhle trennt. Speichel, der in diesem Moment an die Klebefläche kommt, kostet die Versorgung Jahre.
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Vier Wege, einen Zahn zu versorgen
Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, wie viel gesunder Zahn noch steht.
01
Selbstklebende Füllung
Die Kassenleistung, meist aus Zement oder einer einfachen Kunststoffmischung. Sie schließt den Defekt, ist aber weniger belastbar: Nach etwa zwei Jahren wird sie häufig undicht oder bricht an den Rändern ein, und darunter kann erneut Karies entstehen.
02
Komposit mit Keramikanteil
Unser Standard und die häufigste Wahl. Ein hochwertiger Kunststoff, mit Keramikpartikeln verstärkt, zahnfarben und in einem Termin fertig. Hält erfahrungsgemäß fünf bis sieben Jahre und kostet mit Zuzahlung deutlich weniger als eine Keramikversorgung.
03
Vollkeramik-Inlay
Für größere Defekte. Digital geplant und im deutschen Meisterlabor aus Lithiumdisilikat-Keramik gefertigt, anschließend unter Kofferdam eingeklebt. Zwei Termine, dafür zehn bis fünfzehn Jahre Haltbarkeit.
04
Teilkrone und Onlay
Wenn Höcker fehlen, muss es nicht gleich eine Vollkrone sein. Teilkrone und Onlay überdecken nur den beschädigten Teil und lassen den gesunden Zahn stehen. Material und Verfahren wie beim Inlay.

Das sagen unsere Patienten

Wie ein Keramik-Inlay entsteht
Beim ersten Termin bereiten wir den Zahn vor und nehmen ihn mit dem Intraoralscanner auf. Kein Abformlöffel, keine Masse, kein Würgereiz. Die Daten gehen an unser Partnerlabor, ein deutsches Meisterlabor, wo Ihr Inlay digital konstruiert und aus Lithiumdisilikat-Keramik gefertigt wird. Beim zweiten Termin wird es unter Kofferdam eingeklebt. Wie dieser digitale Weg im Detail funktioniert, steht auf der Seite digitaler Zahnersatz.
Wann sich der Aufwand lohnt
- Bei großen Defekten – wenn zu wenig gesunde Substanz übrig ist, findet eine geklebte Füllung keinen verlässlichen Halt mehr
- Wenn Höcker fehlen – Teilkrone oder Onlay fangen die Kaukraft ab und schützen den Zahn vor dem Bruch
- Nach einer Wurzelbehandlung – der Zahn ist danach spröder und braucht eine Versorgung, die ihn zusammenhält
Keramik ist aufwendiger als eine direkte Füllung, im Material wie in der Arbeitszeit, und entsprechend teurer. Dafür hält sie ein Vielfaches länger.
Alte Amalgamfüllungen ersetzen
Amalgam ist in der Europäischen Union seit dem 1. Januar 2025 verboten, bis auf eng begrenzte Ausnahmen. Wegen seines Quecksilberanteils war es jahrzehntelang umstritten, obwohl es lange die Regelversorgung der Krankenkassen war. Wir haben es von Anfang an nicht verwendet, weil wir biologische Zahnmedizin betreiben.
Dazu kommt ein rein mechanischer Grund: Amalgam wird nicht mit dem Zahn verklebt, sondern in den Defekt eingebracht und hält sich dort fest, indem es sich verkeilt. Über die Jahre arbeitet dieser Druck in der Zahnsubstanz und es entstehen feine Risse. Ein so geschwächter Zahn kann unter normaler Kaubelastung brechen.
Alte Amalgamfüllungen tauschen wir deshalb aus, wenn sie undicht werden, wenn der Zahn Risse zeigt oder wenn Sie es sich wünschen. Die Entfernung erfolgt unter Kofferdam, damit beim Ausbohren nichts in den Mund oder in den Rachen gelangt. Kleinere Füllungen ersetzen wir durch Komposit, größere durch ein Keramik-Inlay oder eine Teilkrone.
Kleine Korrekturen an den Frontzähnen
Dasselbe Komposit, mit dem wir Seitenzähne versorgen, lässt sich vorn auch ästhetisch einsetzen: Eine abgeplatzte Ecke, eine kleine Lücke, eine ungleichmäßige Kante — solche Dinge korrigieren wir mit sogenannten Bondings direkt am Zahn, ohne etwas abzuschleifen. Wo mehr verändert werden soll, sind Veneers der richtige Weg.
Kassenleistung und Zuzahlung
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die einfache, selbstklebende Füllung. Alles, was darüber hinausgeht, ist eine Mehrleistung, die Sie selbst tragen — beim Komposit mit einer überschaubaren Zuzahlung, bei Keramik entsprechend dem höheren Material- und Laboraufwand.
Wir sagen Ihnen vor der Behandlung, welche Möglichkeiten Sie haben und was sie jeweils bedeuten. Bei Keramikversorgungen bekommen Sie den Plan schriftlich, bevor etwas beginnt. Wenn Sie eine Zahnzusatzversicherung haben, lohnt sich vorher ein Blick hinein, denn viele beteiligen sich an hochwertigen Füllungen.
Häufige Fragen zu Füllungen und Inlays
- Die, die zu Ihrem Zahn passt. Bei kleinen Defekten ist das Komposit mit Keramikanteil die vernünftigste Lösung: zahnfarben, in einem Termin fertig und erfahrungsgemäß fünf bis sieben Jahre haltbar. Ist der Defekt größer, hält ein Vollkeramik-Inlay mit zehn bis fünfzehn Jahren deutlich länger. Wir sagen Ihnen offen, welche Variante wir in Ihrem Fall empfehlen und warum.
- Weil Sie dafür eine andere Qualität bekommen. Die Kassenfüllung schließt den Defekt, ist aber weniger belastbar und wird nach etwa zwei Jahren häufig undicht. Darunter kann erneut Karies entstehen, und jede Erneuerung kostet wieder Zahnsubstanz. Eine hochwertige Versorgung hält länger und schont damit langfristig den Zahn.
- Die Füllung entsteht direkt im Zahn, in einem Termin. Das Inlay wird außerhalb des Mundes im Labor gefertigt und anschließend eingeklebt, dafür braucht es zwei Termine. Der Vorteil: Im Labor lässt sich die Form exakter gestalten und die Keramik ist deutlich belastbarer als jeder Kunststoff.
- Aus Lithiumdisilikat-Keramik, einer besonders festen und zugleich zahnfarbenen Vollkeramik. Gefertigt werden sie digital geplant in einem deutschen Meisterlabor, mit dem wir seit Jahren zusammenarbeiten. Den Ablauf beschreiben wir auf der Seite digitaler Zahnersatz.
- Weil eine Vollkrone den gesamten Zahn rundherum abschleift. Sind nur einzelne Höcker beschädigt, überdeckt eine Teilkrone oder ein Onlay genau diesen Bereich und lässt den gesunden Rest stehen. Erhaltene Zahnsubstanz ist immer besser als ersetzte — deshalb ist das bei uns die erste Wahl, wenn es möglich ist.
- Nein. Wir erfassen Ihren Zahn mit dem Intraoralscanner — ohne Abformmasse und ohne Würgereiz. Aus diesen Daten entsteht Ihr Inlay im Labor.
- Das hängt vom Material ab und davon, wie Sie pflegen. Als Anhaltspunkt: selbstklebende Kassenfüllung etwa zwei Jahre, Komposit mit Keramikanteil fünf bis sieben Jahre, Vollkeramik zehn bis fünfzehn Jahre. Regelmäßige Kontrollen und die professionelle Zahnreinigung verlängern jede dieser Zahlen.
- Oft ja. Mit sogenannten Bondings modellieren wir die fehlende Ecke direkt am Zahn aus zahnfarbenem Komposit — ohne zu beschleifen und in einer Sitzung. Für größere Veränderungen an Form oder Farbe sind Veneers die stabilere Lösung.
- Weil Karies zwischen den Zähnen weder zu sehen noch zu spüren ist, solange sie klein ist. Bissflügelaufnahmen zeigen genau diese Kontaktflächen. Wir arbeiten mit digitalem Röntgen, also mit sehr geringer Strahlendosis und ohne Wartezeit auf die Entwicklung. So finden wir beginnende Karies, solange eine kleine Füllung genügt — wer wartet, bis es weh tut, braucht fast immer die größere Versorgung.
- Mit Zahnseide oder Interdentalbürsten, täglich. Die Zahnbürste erreicht die Kontaktflächen zwischen zwei Zähnen nicht, und genau dort entsteht Karies am häufigsten. Welche Hilfsmittel in welcher Größe zu Ihrem Gebiss passen, zeigen wir Ihnen bei der professionellen Zahnreinigung — das ist wirksamer als jeder Ratschlag am Telefon.
- Nein, und wir haben es nie verwendet. In der Europäischen Union ist Amalgam seit dem 1. Januar 2025 verboten, bis auf eng begrenzte Ausnahmen. Wir arbeiten ausschließlich mit zahnfarbenen Materialien, die mit dem Zahn verklebt werden.
- Wir drängen niemanden dazu. Sinnvoll ist der Austausch, wenn die Füllung undicht ist, wenn der Zahn Risse zeigt — und natürlich, wenn Sie es sich wünschen. Die Entfernung machen wir unter Kofferdam, damit beim Ausbohren nichts in den Mund gelangt. Kleinere Füllungen ersetzen wir durch Komposit, größere durch ein Keramik-Inlay oder eine Teilkrone, die den geschwächten Zahn zusätzlich stabilisiert.
- Nein. Wir behandeln in örtlicher Betäubung, Sie spüren während der Behandlung nichts. Dass ein Zahn danach ein paar Tage auf Kälte empfindlich reagiert, kommt vor und legt sich von selbst.

Lieber einmal richtig
Je früher eine Karies entdeckt wird, desto kleiner fällt die Versorgung aus. Kommen Sie zur Kontrolle, dann sehen wir gemeinsam, was Ihr Zahn braucht — und was er nicht braucht.
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